Kinderbuchautoren organisieren sich

Gestern, am Vorabend der Leipziger Buchmesse, trafen sich rund 40 Kinder- und Jugendbuchautoren, um über die immer prekärere Lage dieses Berufsstandes zu beraten. Denn gerade im Kinderbuchbereich sind die Autorenhonorare schockierend niedrig. Im Normalfall muss das Honorar für ein Kinderbuch, anders als im Erwachsenenbereich, nämlich zwischen Autor und Illustrator aufgeteilt werden. Auch ermöglicht der Markt, obwohl so viel kreative Arbeit in Kinderbüchern steckt, leider nur überschaubare Ladenpreise. Ein weiterer Grund ist, dass die Verlage immer weniger in die meisten Titel investieren und stattdessen nur wenige Spitzentitel verstärkt pushen. Dies alles führt zur aktuellen Situation: In der langen Kette vom Autor, über die Agenten, die Verlagsangestellten, die Drucker, die Vertreter und die Buchhändler, können eigentlich alle mehr oder minder passabel von dem Produkt Buch leben – bis auf den Autor, der sich oft mit vielen Tricks und Finessen seinen Lebensunterhalt aufstocken muss. Ein wenig erschreckend …

Beim gestrigen 1. Bundeskongress der Kinder- und JugendbuchautorInnen, dem ersten bundesweiten Treffen der deutschsprachigen, hauptberuflichen Kinderbuchautoren, wurde also der Grundstein gelegt, um sich als Berufsstand mehr zu organisieren. Die anregende gemeinsame Diskussion kreiste unter anderem um Arbeitsbedingungen, Vernetzung und die öffentliche Wahrnehmung und Wertschätzung. Im Anschluss fanden sich darüber hinaus Arbeitskreise zu Themen wie Mindesthonoraren, Website und einem eigenen Kinderliteraturpreis zusammen. Diese wollen bis zum nächsten Treffen am Vorabend der Frankfurter Buchmesse im Oktober erste Ergebnisse vorweisen. – Man darf sehr gespannt sein!