Kinderbuchautor – ein brotloser Beruf?!

Kinderbuchautor - ein brotloser Beruf

Wenn man doch nur von Luft und Kinderlachen leben könnte … Das wäre für so manchen Kinderbuchautor die ultimative Lösung, wie DAS! im NDR Fernsehen kürzlich plakativ thematisierte. Das entsprechende Video zeigt eine sehr kurze und prägnante Zusammenfassung über die präkere finanzielle Seite von Kinderbüchern. Vor allem der letzte Teil, dass nur wenige professionelle Kinderbuchautoren rein vom Verkauf ihrer Bücher leben können, ist eine traurige Wahrheit!* Stattdessen sind sie darauf angewiesen, viele Lesungen, Schreibwerkstätten und Ähnliches zu geben oder zusätzlich für andere Bereiche zu schreiben.

Dabei wird so viel Geld in Kinder investiert und an anderer Stelle ist selbstverständlich, dass Qualität ihren Preis hat und das Beste gerade gut genug ist. Aber wenn es um Kinderbücher geht, müssen diese, um im Markt bestehen zu können, preislich deutlich unter den Büchern für Erwachsene laufen, obwohl neben dem Autor auch noch ein Illustrator bezahlt werden muss und der farbige Druck und die aufwendige Herstellung deutlich teurer sind als bei reinen Textbänden für Erwachsene. Diese Zwickmühle geht dann oft zulasten fairer Autoren- und Illustratorenhonorare und zu oft auch zulasten der Qualität.

Was dafür die beste Lösung ist, ist schwer zu beantworten. Höhere Buchpreise im Markt durchsetzen wäre ein guter, aber ebenso schwieriger Schritt. Gleiches gilt für das kritische Hinterfragen der prozentualen Verdienstanteile von Autor, Verlag und Buchhandel. Am realistischsten scheint mir die Forderung vieler Autoren und Autorenverbände nach einem Mindestlohn-Modell für Autoren und Illustratoren. Bis ein solches allerdings durchgesetzt werden kann, ist es wohl leider noch ein weiter Weg. In der Zwischenzeit können wir Autoren immerhin versuchen, ein allgemeines Bewusstsein für die Problematik zu erzeugen. Also danke, dass ihr bis hierhin gelesen habt! 🙂

*Die Zahlen des Beitrags (für die ja leider keine Quelle genannt wird) scheinen mir allerdings nicht unbedingt repräsentativ. Der Buchhandel behält meist um die 40% vom Ladenpreis (nicht über 50). Die Autoren bekommen auch weniger (manchmal weitaus weniger!!) als hier genannt. Illustratoren wurden gar nicht genannt. Ein bisschen schade, denn die realistischen Zahlen wären zum Teil ja noch erschreckender. Aber es ist ja schon einmal erfreulich, dass das Problem überhaupt thematisiert wird.